1 Einführung
Die Ansprüche an die digitale
High-Speed-Übertragung
von Daten sind in ständigem Wachstum begriffen. Mit ihnen
wachsen
auch die Anforderungen an den Datendurchsatz optischer Komponenten in
Kommunikationssystemen [
1].
Die Basis solcher
Systeme bilden schnelle Sender und Empfänger, die in der Lage
sind, Informationen mit Übertragungsgeschwindigkeiten im
Bereich
von Tbit/s über einen Lichtwellenleiter zu transportieren,
basierend auf fortgeschrittenen opto-elektronischen Technologien, wie
sie beispielsweise in optischen Multiplex-Systemen enthalten sind. Time
Division Multiplex (TDM) und Wavelength Division Multiplex, [
2] [
3]
(WDM) haben sich hier mittlerweile als die
zukunftsträchtigsten
Übertragungstechniken herauskristallisiert. Zu den
zukünftigen Aufgaben von Universitäten,
Fachhochschulen,
berufsbildenden Schulen und anderen Bildungseinrichtungen mit
Schwerpunkten in optischer Nachrichten- und
Übertragungstechnik,
wird daher die Vermittlung von entsprechenden Lehrinhalten,
insbesondere im Bereich der WDM-Technologie, gehören. Bereits
heute zeichnet sich ab, dass der Einsatz von Polymeroptischen Fasern
(POFs) zum Quasi-Standard in der Automobilindustrie [
4]
und im Inhouse-Bereich erwachsen wird. Die Kombination von
WDM-Technologie mit POF-Lichtwellenleitern wird den Horizont
zukünftiger, preiswerter Lösungen für
Anwendernetzwerke [
5] in
den nächsten Jahren erheblich erweitern.
In diesem Paper wird ein WDM-System dargestellt, welches mit
Polymeroptischen Fasern im sichtbarem Spektralbereich arbeitet. Das
System, im folgenden als OPTOTEACH-Lehrsystem bezeichnet, ist speziell
auf die Bedürfnisse höherer und
weiterführender
Bildungseinrichtungen zugeschnitten und eignet sich zur anschaulichen
Demonstration der Datenkommunikation mit optischen Fasern. Es
eröffnet Universitäten und anderen
Bildungseinrichtungen
umfassende Perspektiven für die Gestaltung von
Lehrveranstaltungen, unter anderem durch eine
plattformunabhängige
Software. Die Software beinhaltet neben einer grundlegenden
Einführung in die Thematik auch interaktive Module,
Animationen
und kurze Videofilme.
2. Didaktisches Konzept
und technologisches Design
Für das OPTOTEACH-Lehrsystem sind zwei Varianten mit
unterschiedlicher Komplexität geplant, ausgerichtet auf die
jeweilige Zielgruppe (Studenten oder Techniker und
Berufsschüler).
Das Basic-System ist für den Einsatz an Berufsschulen und
anderen
berufsbildenden Einrichtungen ausgerichtet, das Advanced-System
für den Einsatz an höheren Bildungseinrichtungen, wie
beispielsweise Fachhochschulen und Universitäten. Beide
Systeme
werden mit einer interaktiven Software ausgeliefert, welche die
Lernenden mit technischen Detailinformationen versorgt, die Anfertigung
standardisierter Versuchsprotokolle ermöglicht und mit
interaktiven und multimedialen Elementen den Lernprozess
unterstützt. So werden beispielsweise zu Beginn jedes
experimentellen Lernabschnitts die Grundkenntnisse der Lehrenden anhand
eines interaktiven Multiple-Choice-Testsystems
überprüft. Die
Software gestattet außerdem die Erstellung von Diagrammen zur
erweiterten Visualisierung der Versuchsergebnisse, sowie die
automatische Kontrolle der Messergebnisse. So bekommen die Lernenden
einen Überblick über die Thematik und haben,
abhängig
von der jeweiligen Ausführungsvariante des Lehrsystems,
weiterführende Einblicke in die optische
Datenübertragung und
die WDM-Technologie.
2.1 Basic-System
Im Basic-System wird eine WDM-Struktur mit
äußerst
preiswertem Equipment realisiert. Als Sender dienen LEDs im sichtbaren
Bereich des Lichts (zwischen 450nm und 700nm), deren Einsatz die
preiswerte Fertigung der Systeme erlaubt und das intuitives
Verständnis der WDM-Technologie fördert, da die
Lernenden die
Bewegungen des Lichts im System visuell unmittelbar nachvollziehen
können. Die Modulation der LEDs erfolgt durch die
Aufprägung
des zu übertragenden Signals auf den Diodenstrom, die sog.
Direkt-
oder Amplitudenmodulation (AM). Für das Basic-System sind
lediglich drei Kanäle zur Signalübertragung
vorgesehen
(rot/660nm, grün/550nm, blau/470nm) sowie ein vierter Sender
als
Interferenzquelle. Der grundlegende Entwurf des Lehrsystems (Basic und
Advanced) ist in Abbildung 1 dargestellt.
Das Videosignal mit einer ungefähren Bandbreite von 10MHz
moduliert direkt den BIAS-Strom der LEDs. Der BIAS-Offset und die
Signalverstärkung sind Parameter, die durch die elektrische
Treiberschaltung der LEDs eingestellt werden können, das
optische
Signal wird über Sternkoppler zusammengeführt.
Für eine
WDM-Übertragung müssen die einzelnen Sender eine
annähernd gleiche Leistung haben, die im Bereich von 1dB
liegt,
was mit einem optischen Powermeter gemessen werden kann. Die drei
Videosignale werden von einer geeigneten Kamera aufgenommen und
über einen herkömmlichen Monitor dargestellt.
Für den
Empfänger werden Si-Fotodioden mit einer Bandbreite von 10 MHz
in
Kombination mit einem Transimpedanzverstärker verwendet. Die
elektrischen Signale können in Offset und Verstärkung
variiert werden. Der Einfluss der Faserlänge (1-100m) auf das
SNR
(Signal-Rausch-Verhältnis) läßt sich mit
Hilfe eines
Oszilloskops darstellen. Durch den Einsatz eines
μm-Verschiebetischs
können zusätzlich Koppelverluste (an
Steckverbindungen, an
geschnittenen und polierten Faserendflächen), sowie
longitudinale,
laterale und Winkelversätze simuliert und vermessen werden.
Lehr-/Lerninhalte für das Basic-System:
- PI-Kurven verschiedener Sendeelemente
- Dämpfung bei unterschiedlichen
Faserlängen und Wellenlängen
- Bandbreite und S-Parameter
- Einflüsse elektro-magnetischer Felder (EM-Felder)
- Einfluss von Fehlausrichtungen mit Hilfe eines
μm-Verschiebetischs
- WDM-Spektrum
- WDM-Übertragung von Videosignalen
- Signalqualität von Videoübertragungen bei
unterschiedlichen Faserlängen und die Einflüsse von
Offset
und Verstärkung
- WDM-Übertragung mit Videosignalen
2.2 Advanced-System
Dieses System bietet zusätzlich zur analogen
Signalübertragung, die Übertragung digitaler Signale.
Auf
Grund der eingeschränkten Bandbreite der LEDs kommen
für
dieses System Fabry-Perot-Diodenlaser (LD) zum Einsatz. Die optischen
Signale der Laserdioden werden über Sternkoppler
zusammengefasst
und direkt über den BIAS-Strom eines Bitfehlerraten-Messplatz
(BERT) mit 155Mbit/s moduliert, digitale Amplitudenmodulation (NRZ,
ASK/PCM). Mit diesem Aufbau können alle Laborübungen
einer
optischen WDM-Übertragung ausgeführt werden, wie
Einflüsse von Dämpfung, Dispersion, optischer
Bandbreite und
Wellenlängenverschiebung für alle Arten von Signalen.
In
Kombination mit einem BERT ist es möglich,
Augendiagramm-Messungen
sowie Bitfehlerraten-Messungen durchzuführen. Bei POFs ist die
Modendispersion der ausschlagebende Dispersionstyp, welcher die
Übertragungslänge einschränkt. Die
Einflüsse der
Dispersion müssen experimentell und per Simulation mit der
Standardsoftware PHOTOSS [
6]
analysiert
werden. Spektroskopische Untersuchungen des von der LD emittierten
Lichts, ihrer thermischen Drift, sowie die Filtercharakteristik des
MUX/DEMUX können mit Hilfe eines einfachen Spektrometers mit
einer
Auflösung von 1nm vermessen werden (z.B. Newport Model
OSM-400).
Lehr-/Lerninhalte für das Advanced-System:
- PI-Kurven verschiedener Sendeelemente (LEDs + Laser)
- Dämpfung bei unterschiedlichen
Faserlängen und Wellenlängen
- Bandbreite und S-Parameter
- Modulationscharakteristik (AM, ASK, PCM, …)
- Einflüsse elektro-magnetischer Felder (EM-Felder)
- Einfluss von Fehlausrichtungen mit Hilfe eines
μm-Verschiebetischs
- WDM-Spektrum
- WDM-Übertragung analoger Videosignale und
digitaler Signale
- Übertragung digitaler Signale:
- Bitfehlerrate in Abhängigkeit zur
Faserlänge, verschiedener Sender, …
- Test der Signalqualität mittels Oszilloskop
(Augendiagramm)
Abbildung 1:
WDM-Lehrsystem mit Polymeroptischen Fasern als Lichtwellenleiter
3 Der Sender
Um die elektrischen
Signale in die
für die Übertragung notwendigen optischen Signale zu
wandeln,
kommen drei LEDs zum Einsatz (blau@470nm, grün@530nm,
rot@660nm).
Da LEDs in diesem Wellenlängenbereich von der optischen
Industrie
in großen Mengen herstellt werden, stellt deren Verwendung
eine
preiswerte Lösung für den Senderaufbau dar.
Für die
Übertragung analoger Videosignale werden hochlineare
Sendeelemente
benötigt, um nichtlineare Verzerrungen zu vermeiden.
Das Eingangssignal wird durch eine hochohmige
Operationsverstärkerschaltung angepasst. Diese
Spannungsverstärkung ist einstellbar, um eine Anpassung der
verschiedenen Eingangssignale an die nachfolgende Schaltung zu
gewährleisten. Dadurch wird es den Schülern/Studenten
ermöglicht, die Auswirkungen auf die Übertragung zu
testen.
Anschließend wird dem Signal ein Gleichspannungsoffset
aufgeprägt, welcher ebenfalls mit einem
hochauflösenden
Potentiometer einstellbar ist. Ein anderer Teil der Treiberschaltung
des Senders ist der Spannungs-Strom-Wandler, der für die
Modulation des LEDStroms benötigt wird. Auch dieser Parameter
ist
mittels eines Potentiometers einstellbar. Eine detaillierte Darstellung
des Funktionsprinzips findet sich in Abbildung 2.
Abbildung 2: a)
Direktmodulation der LEDs b) PI-Kennlinie der verwendeten LEDs
Die Treiberschaltung
wurde speziell
für die Übertragung von Videosignalen konzipiert. Um
entsprechende Eingangssignale zu erzeugen bestehen hier mehrere
Möglichkeiten, z.B. können eine Videokamera oder ein
Testbildgenerator verwendet werden. Die übertragenen Signale
können mit einem Monitor angezeigt und qualitativ beurteilt
werden. Andere Signale können natürlich auch
übertragen
werden. So ist z.B. möglich einen Funktionsgenerator
anzuschließen und ein Sinussignal zu übertragen,
welches
dann am Empfänger auf einem Oszilloskop dargestellt werden
kann.
Die Bandbreite der Sender liegt bei über 40MHz über
eine
Strecke von 20m, bei einer Übertragungslänge von 50m
wurden
35MHz gemessen. Diese Ergebnisse stimmen weitgehend mit den Ergebnissen
der Simulation überein. Die Begrenzung der Bandbreite
resultiert
aus der Bandbreite der verwendeten Operationsverstärker.
Abbildung 3:
LED-Treiberschaltung
Entsprechende digitale Sendern befinden sich zur Zeit in der
Entwicklung, nach deren Abschluss sie ebenfalls in das Lehrsystem
integriert werden.
Die Sender haben verschiedenste Einstellmöglichkeiten. Durch
das
Arbeiten mit unterschiedlichen Parametern werden den
Schülern/Studenten die Einflüsse anschaulich
verdeutlicht.
4 Der Empfänger
Im Lehrsystem sind die Empfänger für die
Wandlung der
zu demultiplexenden optischen Signale in individuelle elektrische
Signale verantwortlich. Die Aufspaltung in die Originalsignale rot,
grün und blau erfolgt mittels eines Demultiplexers (DEMUX).
Der
DEMUX besteht aus Splittern und Farbfiltern. Mit Hilfe einer
Kaskadierung von zwei 1-zu-2 TOSLINK [
7]
-Splittern wird das Licht aufgeteilt. Die Zerlegung in die einzelnen
Kanäle erfolgt durch drei Farbfilter, die direkt vor den
Fotodioden angebracht sind. Im sichtbaren Wellenlängenbereich
des
Lichts kommen Si-PIN-Fotodioden zum Einsatz. Diese Art der Fotodiode
besteht aus einer p-dotierten, einer n-dotierten und einer
intrinsischen Schicht. Die Fotodiode wandelt die optische Leistung in
einen elektrischen Strom um. Dieser Strom bewegt sich im Bereich von
einigen Milliampere und wird durch die nachfolgende Schaltung in eine
Spannung umgewandelt, bei der es sich um eine zweistufige
Verstärkerschaltung handelt. Die erste Stufe ist ein
Transimpedanzverstärker, der den von der Fotodiode emittierten
Strom in eine Spannung umwandelt, die zweite Stufe ein invertierender
Verstärker, mit dessen Hilfe Offset und Verstärkung
modifiziert werden können, was es den Lernenden
ermöglicht,
die Ausgangssignale in bestimmten Bereichen zu verändern. Die
Verstärkung kann bis zu einer Grenze von 13dB
verändert
werden, wobei der Offset negative oder positive Spannungswerte annehmen
kann. Durch die Änderung der verschiedenen Systemparameter
sind
die Lernenden in der Lage, die pädagogischen Ziele
selbstständig zu erreichen.
Der Empfänger wurde für analoge und digitale Signale
entwickelt. Die Auswertung der übertragenen Signale kann
beispielsweise mit einem Netzwerkanalysator, einem Oszilloskop oder
einem Fernseher bzw. Monitor erfolgen.
5 Der Bitfehlerratentester
Mit einem Fehlerratentester können
zufällige oder
selbst programmierte wiederholende Bitmuster verwendet werden. Im
nächsten Schritt werden die Bitmuster über den Sender
und die
Stecke übertragen und können dann am
Empfänger
ausgewertet werden. Während dieser Auswertung werden die
gesendeten und empfangenen Muster verglichen und die aufgetretenen
Bitfehler werden gezählt. Mit diesen Daten kann die
Fehlerhäufigkeit nach Formel (1) berechnet werden.
Eine wichtige Vorbedingung
für eine
sinnvolle Messung ist die Synchronisation des Ausgangs- und
Eingangstores. Am Ende jeder Messung werden die Resultate mit dem
entsprechenden Bitmuster, der Häufigkeit der aufgetretenen
Fehler
und die Bitfehlerrate (BER, siehe Formel (1)) auf dem Display
dargestellt.
6 Das Lehrsystem
Der Prototyp des
OPTOTEACH-Lehrsystems besteht aus drei Sendern
und drei Empfängern. Dieses System (Abbildung 1) ist in der
Lage
drei analoge FBAS [
8]
-Videosignale oder digitale Signale mit einer maximalen
Übertragungsrate von 10Mbit/s zu übertragen. Das
Licht der
drei Sender wird über konventionelle Y-Koppler der Firma
DieMount [
9] zusammen
gefasst.
Um einen Verbinder oder einen Spleiß zu simulieren, wird das
System mit einem μm-Tisch ausgeliefert. Dadurch sind die
Schüler/Studenten in der Lage, die Einflüsse
verschiedener
Versatzarten zu testen (longitudinal, lateral, Winkel).
Die übertragenen Signale werden dann über
handelsübliche
TOSLINK-Koppler zusammen geführt, wobei diese Koppler eine
sehr
hohe Dämpfung aufweisen. Die Auftrennung in die einzelnen
Kanäle erfolgt mittels roter, grüner und blauer
Farbfilter.
Die Dämpfung durch diese Filter ist relativ hoch, Abbildung 5
zeigt die Dämpfung des roten, bzw. des grünen
Farbfilters.
Die zugehörigen Werte finden sich in Tabelle 1.
Abbildung 5:
Absorbtionsspektrum der grünen und roten Filterfolien im
Vergleich
mit der emittierten Lichtleistung der LEDs
| Filter fiol / insertion loss (dB) |
green LED |
red LED |
| red filter |
25,4 |
0,7 |
| green filter |
3,5 |
26,8 |
Tabelle 1: Dämpfung des
grünen und roten Farbfilters
Der Prototyp des
Lehrsystems wurde zum „Sachsen-Anhalt-Tag“ im Juli
diesen Jahres in Magdeburg [
10]
(Abbildung 6) und auf der TransferX [
11]
im November in Dresden öffentlich präsentiert.
Der Prototyp besteht aus den folgenden Komponenten:
- Video Eingang (BNC)
- Regler für Verstärkung, Offset und
Modulation
- optische Ausgänge (TOSLINK connectors)
- 1mm SI-POF, teilweise ohne Ummantelung, um die Farben
sichtbar zu machen
- DieMount Stern-Koppler
- μm-Tisch (x, z und Winkel)
- TOSLINK Stern-Koppler
- 1mm SI-POF
- optische Eingänge (TOSLINK connectors) mit
Farbfiltern
- Regler für Verstärkung und Offset
- elektrische Ausgänge (BNC)
Abbildung 6: Foto des Prototypen
Die Bandbreite des
kompletten Systems
(Sender, Übertragungsstrecke 20m POF und Empfänger)
beträgt 8MHz, siehe Abbildung 7. Dieses Limit ist durch den
zur
Anwendung kommenden Empfänger vorgegeben.
Abbildung 7: S21
über 20m POF
In
Abbildung 8 werden die neu entwickelten Einzelmodule gezeigt, die
für eine höhere Frequenzen bzw. Bitraten ausgelegt
sind. Die
elektrischen Schaltungen und deren Layout wurde dafür
optimiert.
Durch diesen modularen Aufbau ist es möglich ein auf
individuelle
Erfordernisse optimiertes Gesamtsystem herzustellen. Das Basic-System
wird ebenfalls aus drei Sendern und Empfängern für
rote,
grüne und blaue WDM-Signale bestehen.
Abbildung 8: Neue Sendermodule
a) analog, b) digital
Momentan
werden einige neue Sender entwickelt und getestet, darunter ein
analoger Sender mit einer Bandbreite von 65MHz, wobei diese von der zur
Anwendung kommenden LED abhängig ist. Mit höher
modulierbaren
LEDs oder bei Einsatz eines Lasers ließe sich mit diesem
Modul
eine Bandbreite von 300MHz erreichen. Eine weitere Entwicklung auf
diesem Gebiet stellt ein neuer digitaler Sender dar, mit dem
Übertragungsraten von 155Mbit/s problemlos realisiert werden
können.
Um der hohen Dämpfung des Gesamtsystems entgegen zu wirken,
werden
die nächsten Schritte die Entwicklung integrierter optischer
Komponenten sein, so z.B. Multiplexer und Demultiplexer für
die
Kombination bzw. Separation der einzelnen WDM-Kanäle. Mit
diesen
Komponenten wird es möglich sein acht WDM-Kanäle
simultan zu
übertragen, zur Zeit befinden sich diese in der Patentierung.
7 Zusammenfassung
Das Paper stellt ein neuartiges WDM-Lehrsystem für Studenten
und
(Berufs-)Schüler vor, welches für den Einsatz an
Universitäten und anderen weiterführenden
Bildungseinrichtungen konzipiert wurde. Das System besteht aus drei
Sendern, die mit einer blauen, einer grünen und einer roten
LED
arbeiten. Es ermöglicht die Übertragung analoger oder
digitaler Signale, die mit AM oder ASK sowie mit PCM moduliert sind,
und die Durchführung diverser Tests und Messungen. Das System
gestattet es den Lernenden, alle wesentlichen Versuche
durchzuführen, für die sich ein optisches WDM-System
eignet.
So können u.a. die Einflüsse von Dämpfung,
Dispersion,
optischer Bandbandbreite und Wavelength Shift von verschiedensten
Sendern getestet und gemessen werden. Unter Verwendung eines einfachen
Spektrometers sind zudem spektroskopische Untersuchungen des
emittierten Lichts der LEDs und der Filtercharakteristik des MUX/DEMUX
möglich. Zusätzlich können
Dämpfungsmessungen an
den Polymeroptischen Fasern (geschnitten, poliert, Steckverbindungen)
in Kombination mit longitudinalen, lateralen und
Winkelversätzen
untersucht und ausgewertet werden.
Das OPTOTEACH-Lehrsystem versetzt den Lehrenden in die Lage, optische
Datenübertragungen, speziell die Übertragung unter
Verwendung
der WDM-Technologie, anschaulich und leicht verständlich zu
vermitteln. So kann der Zusammenhang zwischen emittierter Leistung,
Dämpfung usw. demonstriert werden. Dazu trägt zu
einem
großen Teil die Eigenschaft bei, dass die
Übertragungen mit
sichtbarem Licht erfolgen. Zusammen mit der zugehörigen
Software
stellt OPTOTEACH ein anschauliches und interessantes Mittel zur
Vermittlung der für heutige Anforderungen notwendigen
Kenntnisse
und Lehrinhalte dar.
8 Danksagung
Unser Dank gilt dem Bundesministerium für Bildung und
Forschung
und der Sachsen-Anhaltinischen Landesregierung, die diese Arbeiten
ermöglichen und fördern. Dank gebührt auch
Herrn Dr.
Kragl, dem Geschäftsführer der Firma DieMount GmbH,
für
die Lieferung der Koppler und diverser anderer technischer Komponenten.
Literatur
[1] T. Naito, ”One Terabit /s Transmission over 10.000km
using
C-Band and L-Band”, Networks and Optical Communications I,
IOS
Press, pp 2-9, (2000)
[2] U. Krüger, K. Krüger, R. Batchelor, U. H. P.
Fischer, C.
v. Helmolt, and U. Nagengast ,”Wavelength manager covering
the
EDFA band and capable of controlling hundreds of
transmitters”,Proc. ECOC, Vol. 1, pp 483-486 (1994)
[3] U.H.P. Fischer, "Optoelectronic Packaging”, VDE-Verlag,
ISBN 380072572X (2002)
[4] MOST,” Media orientated system transport”,
http://www.mostcooperation.com/
[5] N. Weber, “Low cost optical transmission solutions for
short distances”,
http://www.iis.fraunhofer.de/ec/oc/index.html
[6] Simulation software package PHOTOSS:
http://www.lenge.de/english/PHOTOSS_overview.php
[7]
http://www.toslink.de
[8] Krisch, L.: „Fersehtechnik: Grundlagen,
Verfahren, Systeme“, Verlag Vieweg, Braunschweig/Wiesbaden
1993
[9]
http://www.diemount.de
[10]
http://www.sat.2005.magdeburg.de
[11]
http://www.messe-transferx.de