1 Einführung
Optische Technologien gehören zu den zukünftigen
Schlüsseltechnologien in einer Vielzahl produzierender
Branchen – und haben damit eine enorme Bedeutung für
die weitere Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Schon
heute sind mehr als 15% aller Arbeitsplätze im verarbeitenden
Gewerbe direkt im Bereich der optischen Technologien angesiedelt oder
werden von diesen beeinflusst. Licht ist damit eines der wichtigsten
Werkzeuge der nahen und mittleren Zukunft: es ist universell und
äußerst flexibel einsetzbar, kosteneffizient,
umweltschonend sowie gesundheitsneutral – und beinahe
monatlich eröffnen sich neue Perspektiven in der technischen
und industriellen Anwendung [
1].
Der durch diese Entwicklung bedingte hohe Innovationsdruck hat
insbesondere auf dem Infotainment-Markt zu stark gestiegenen
Ansprüchen an den maximalen Datendurchsatz von optischen
Übertragungssystemen geführt. Der aktuelle Markt
fordert schnelle Sende- und Empfangskomponenten, mit denen sich der
Transport von Informationen mit Übertragungsgeschwindigkeiten
im Tbit/s-Bereich technisch realisieren lässt [
2].
Solche fortschrittlichen Systeme basieren zumeist auf
optoelektronischen Verfahren wie dem Multiplexing, wobei sich
insbesondere das Zeitmultiplexing (TDM, Time Division Multiplex) und
das Wellenlängenmultiplexing (WDM, Wavelength Division
Multiplex) als zukunftsträchtige Übertragungsmethoden
herauskristallisiert haben [
3].
Als Medium für die
Übertragung der optischen Signale kommen dabei neben
Glasfasern auch immer häufiger optische Polymerfasern (POF,
Polymer Optical Fibre) zum Einsatz, die aufgrund ihres einfachen
Handlings und ihrer kostengünstigen Herstellung zunehmend an
Bedeutung gewinnen und mittlerweile als zukünftiger
Quasi-Standard im Inhouse- und im Automotive Bereich gelten
[
4].
Die Vermittlung sowohl von theoretischen als auch praktischen
Kenntnissen an der WDM-POF-Kombination wird daher eine der
zukünftigen Schwerpunktaufgaben von Universitäten,
Fachhochschulen und berufsbildenden Einrichtungen mit Lehrangeboten im
Bereich der optischen Nachrichtentechnik sein. Für die
zukunftsorientierte und praxisnahe Ausbildung der Technikergeneration
von morgen werden insbesondere Versuchs- und Experimentiersysteme
benötigt, mit denen die in den Vorlesungen vermittelten
theoretischen Inhalte in der praktischen Ausführung
nachvollzogen werden können. Das vorliegende Paper stellt ein
solches optisches Lehrsystem –
„OPTOTEACH“ – vor, welches im Verlauf der
letzten beiden Jahre im Fachbereich Automatisierung und Informatik der
Hochschule Harz entwickelt wurde und mittlerweile auch anderen
Bildungseinrichtungen zur Verfügung steht.
2 Wissenschaftliche Grundlagen
2.1 Wellenlängenmultiplex-Verfahren
Beim Wellenlängenmultiplex-Verfahren oder WDM handelt es sich
um ein optoelektronisches Frequenzmultiplexverfahren, welches bei der
Übertragung von Daten über Lichtwellenleiter
(Glasfasern oder POF) zum Einsatz kommen kann. Dabei wird für
jeden Übertragungskanal, d.h. für jedes zu
übertragende Einzelsignal, Licht einer anderen
Wellenlänge eingesetzt – jeder dieser einzelnen
Kanäle kann also separat mit einem Sendersignal moduliert
werden. Eine Übersicht der verwendeten Frequenzbereiche bei
Glas- und Polymerfasern findet sich in Abb. 1. Deutlich ist zu
erkennen, dass die Dämpfung in den beiden Lichtwellenleitern
deutliche Unterschiede aufweist und daher auch jeweils ein anderes
Wellenlängenspektrum zur Übertragung genutzt werden
sollte.
Abb. 1:Wellenlängenabhängigkeit der Dämpfung
bei Glasfaser (links) und POF (rechts)
Die auf diese Weise modulierten Signale werden anschließend
über ein geeignetes Koppelelement – den optischen
Multiplexer (MUX) – zusammengeführt und
können so parallel auf einem einzigen Lichtwellenleiter
übertragen werden. Am Ende der Übertragungsstrecke
werden die einzelnen Signale mit Hilfe eines optischen Demultiplexers
(DEMUX) wieder voneinander separiert [
5].
Für spezielle Anwendungen im WDM-Bereich existieren zudem zwei
Sonderlösungen:
- Dichtes Wellenlängenmultiplex
(DWDM, Dense Wavelength Division Multiplex): Bei der
Datenübertragung mit diesem Verfahren liegen die
Wellenlängen der einzelnen Kanäle vergleichsweise
dicht beieinander (0,8nm bis 1,6nm).
- Grobes Wellenlängenmultiplex
(CWDM, Coarse Wavelength Division Multiplex): Dieses Verfahren stellt
eine preisgünstige Alternative zum Standard-WDM-Verfahren dar.
Die Kanalabstände sind hier eher grob gewählt (bis zu
50nm), wodurch die Anforderungen an die Sende- und Empfangskomponenten
geringer ausfallen.
2.2 Optische Polymerfasern
Optische Polymerfasern bestehen aus einem Kern aus
Polymethylmethacrylat (PMMA, auch als Plexiglas oder Acrylglas bekannt)
umgeben von einem dünneren Mantel mit geringerer Brechzahl.
Wird Licht in die POF gestrahlt, kommt es aufgrund des
Brechzahlunterschieds zur sogenannten Totalreflexion, d.h. das Licht
wird beim Auftreffen auf die Innenseite des Mantels nicht gebrochen,
sondern vollständig reflektiert. Zur Totalreflexion kommt es
immer dann, wenn Licht aus einem optisch dichteren Stoff (in diesem
Falle das PMMA) kommend auf die Grenzfläche zu einem optisch
dünneren Stoff (in diesem Falle die Mantelinnenseite) trifft,
solange der Grenzwinkel nicht größer als der
Eintrittswinkel ausfällt. Die Größe der
Differenz zwischen den beiden Brechzahlen wirkt sich dabei direkt auf
den maximalen Austrittswinkel des Lichts aus.
Die Dämpfung, d.h. die Verringerung der
Amplitudenhöhe und damit der Signalverlust über die
Streckenlänge, ist beim Einsatz von POF bei 450nm (blau),
520nm (grün) und 560nm (gelb) am geringsten, so dass sich
insbesondere diese Farben aus dem sichtbaren Spektralbereich (450nm bis
700nm) für die Datenübertragung eignen, wobei der
OPTOTEACH-Sender aus wirtschaftlichen Gründen auch eine rote
LED (660nm) enthält (siehe 3.2). Die maximale Länge
der Übertragung wird durch die Dämpfung auf 100-120m
beschränkt, die maximale Einsatztemperatur der Fasern liegt
bei etwa 75˚C.
3 Technisches Konzept
3.1 Aufbau des Systems
Die aktuellen OPTOTEACH-Systeme der ersten Generation bestehen aus zwei
Sendern für die Videoübertragung, einer LED und einem
Laser die im cw-Betrieb arbeiten sowie zwei Empfängern. Das
System ist in der Lage, zwei analoge FBAS-Videosignale oder
entsprechende Testsignale (siehe 3.2) mit einer maximalen Bandbreite
von 10MHz zu übertragen. Als Sender dienen LEDs im sichtbaren
Wellenlängenbereich, deren Einsatz die preiswerte Fertigung
des Systems gestattet und das Verständnis der WDM-Technologie
fördert, da der WDM-Effekt (siehe 2.1) visuell direkt
nachvollzogen werden kann. Das Licht der beiden Sender wird durch einen
konventionellen Y-Koppler der Firma Ratioplast Optoelectronics
GmbH zusammengefasst, die Aufteilung am Ende der
Übertragungsstrecke erfolgt mittels eines Ratioplast-Splitters
sowie roter und blauer Farbfilter. Die Signale werden über von
Versuch zu Versuch variierende Steckenlängen von 5m bis 50m
POF übertragen, wobei die Strecke durch einen
μm-Verschiebetisch unterbrochen werden kann, mit dem sich
Koppelverluste an geschnittenen oder polierten Faserflächen
sowie lateraler, longitudinaler und Winkelversatz analysieren und
vermessen lassen. Die einzelnen hier genannten Systemkomponenten werden
in den nachfolgenden Abschnitten im Detail dargestellt. Der generelle
Aufbau des Systems kann Abb. 2 entnommen werden.
Abb. 2: Layout des OPTOTEACH-Lehrsystems
3.2 Der Sender
Zur Umwandlung der elektrischen Ausgangssignale in optische Signale
werden zwei verschiedenfarbige LEDs verwendet (blau bei 470nm und rot
bei 660nm). Obwohl die Dämpfung bei 660nm vergleichsweise
groß ist (siehe Abb. 1), lohnt sich der Einsatz der roten
LEDs, da diese für CD- und DVD-Player in großen
Mengen von der Industrie hergestellt werden und demzufolge zu niedrigen
Stückpreisen eingekauft werden können.
Das eingehende elektrische Signal wird zunächst durch eine
hochohmige Operationsverstärkerschaltung angepasst. Die
Spannungsverstärkung ist direkt regelbar, um einerseits eine
Anpassung der verschiedenen Eingangssignale an die nachfolgende
Schaltung zu gewährleisten und andererseits den Lernenden die
Möglichkeit zu geben, die Auswirkungen verschieden starker
Spannungsverstärkungen in einer gegebenen Situation auf die
Qualität der Übertragung experimentell zu
untersuchen. Zur Einstellung der Spannungsverstärkung dient
ein in das Sendergehäuse integriertes hochauflösendes
Potentiometer. Im Anschluss an die Signalverstärkung wird dem
Signal ein Gleichspannungs-anteil aufgeprägt, der ebenfalls
direkt manipuliert werden kann. Auch die Modulationstiefe ist mittels
eines weiteren Potentiometers stufenlos regelbar.
Die Treiberschaltung wurde speziell für die
Übertragung von Videosignalen konzipiert, wobei das
Eingangssignal sowohl direkt von einer Videokamera eingespeist als auch
von einem Testbildgenerator erzeugt werden kann. Die
übertragenen Signale können auf einem Videomonitor
angezeigt und qualitativ beurteilt werden. Möglich ist auch
die Übertragung anderer Signalarten, beispielsweise eines
Sinussignals, welches durch einen Funktionsgenerator erzeugt und auf
einem Oszilloskop dargestellt werden kann. Auf diese Weise
lässt sich beispielsweise der Einfluss der Faserlänge
(bei POF maximal bis etwa 120m, siehe Abschnitt 2.2) auf das
Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) darstellen.
Die Bandbreite der Sender liegt bei 40MHz auf einer Strecke von 20m und
bei 35MHz auf einer Strecke von 50m. Die Begrenzung der Bandbreite ist
auf die Bandbreite der verwendeten Operationsverstärker
zurückzuführen.
3.3 Optischer Multiplexer
Die Zusammenführung der optischen Signale erfolgt mittels
eines einfachen Y-Kopplers, in dem die beiden Fasern
zusammengeführt und die übertragenen Signale direkt
auf eine dritte Faser geleitet werden. Diese Lösung ist
insofern technisch ineffizient, als dass lediglich zwei Signale ohne
großen Koppelverlust zusammengeführt werden
können – bei drei oder mehr Signalen können
die Koppler zwar auch kaskadiert werden, hierbei kommt es jedoch zu
exponentiell steigenden Signalverlusten.
Für zukünftige Serien des Lehrsystems ist darum der
Austausch des Kopplers gegen einen an der Hochschule Harz
selbstentwickelten optischen Multiplexer geplant, welcher sich zur Zeit
noch in der Patentierung [
6]
befindet, und mit dem sich drei bis sechs
Signale effizient zusammenführen lassen werden.
3.4 Optischer Demultiplexer
Die Aufspaltung des kombinierten optischen Signals in die
Ausgangsfarben Rot und Blau erfolgt durch den Demultiplexer, bestehend
aus einem optischen Splitter und zwei Farbfiltern. Das eingehende Licht
wird zunächst durch einen optischen Splitter in zwei
Kanäle aufgeteilt, die Zerlegung in die beiden
Farbkanäle erfolgt dann durch Farbfilter, die im
Empfängermodul unmittelbar vor den Fotodioden angebracht sind.
Auch hier ist für zukünftige Serien des Lehrsystems
der Austausch dieser zwei Komponenten durch einen selbstentwickelten
optischen Demultiplexer geplant, für den zur Zeit ebenfalls
ein Patentierungsverfahren angestrengt wird [
7].
Anstelle von
Farbfiltern kommen in diesem Funktionsbauteil ein Prisma und mehrere
Linsen zum Einsatz, durch die auch mehr als zwei Kanäle
separiert werden können [
8].
Durch diesen Demultiplexer
ergeben sich für die Zukunft
Erweiterungsmöglichkeiten für das OPTOTEACH-System
(siehe 4).
3.5 Der Empfänger
Die Umwandlung der durch den Demultiplexer wiederhergestellten
einzelnen optischen Signale in elektrische Signale findet im
Empfänger statt. Die Zerlegung der beiden Kanäle
(siehe 3.4) erfolgt dabei unmittelbar vor zwei Si-PIN-Fotodioden, die
aus einer p-dotierten, einer n-dotierten und einer intrinsischen
Schicht bestehen. Diese Fotodioden wandeln die optischen Signale in
einen elektrischen Strom um. Dieser Strom bewegt sich lediglich im
Bereich von einigen Milliampere, daher wird das Ausgangssignal erst
über eine nachfolgende zweistufige
Verstärkerschaltung wiederhergestellt.
Bei der ersten Stufe dieser Verstärkerschaltung handelt es
sich um einen Transimpedanzverstärker, welcher den von der
Fotodiode emittierten Strom unmittelbar in eine Spannung verwandelt,
die zweite Stufe besteht aus einem invertierenden Verstärker,
mit dessen Hilfe Offset und Signalverstärkung manipuliert
werden können. Dies ermöglicht es den Lernenden, die
Ausgangssignale bis zu einem gewissen Grad zu manipulieren, wobei der
Offset sowohl positive als auch negative Werte annehmen kann.
Abb. 3 zeigt ein vollständig aufgebautes OPTOTEACH-System aus
der Aufsicht und zeigt, wie die beschriebenen Funktionsbauteile und
Elemente angeordnet sind.
Abb. 3: OPTOTEACH-System: (1) BNC-Eingänge, (2) Einstellregler
für Offset & Verstärkung, (3) Optische
Ausgänge, (4) Polymerfaser (5) Koppler, (6) μm-Tisch,
(7) Splitter, (8) Polymerfaser, (9) Optische Eingänge, (10)
Einstellregler für Spannung & Verstärkung,
(11) BNC-Ausgänge, (12) Optisches Powermeter
3.6 Lehr- und Lerninhalte
Die nachfolgende Auflistung zeigt die wesentlichen Messungen und
Versuche, die sich mit dem Lehrsystem durchführen lassen:
- Bestimmung des Einflusses
elektromagnetischer Felder
- Bestimmung der PI-Kurven verschiedener
Sendeelemente
- Bestimmung von
Übertragungsbandbreite und S-Parameter
- Bestimmung der
Modulationscharakteristik (AM, ASK, PCM)
- Messung der Dämpfung bei
unterschiedlichen Faser- und Wellenlängen
- Analyse des Einflusses von
Fehlausrichtungen und Stoßstellen (μm-Tisch)
- Analyse des Einflusses von Offset sowie
sender-/empfängerseitiger Verstärkung
Liegt ein Bitfehlerratenmessgerät (BERT, Bit Error Rate
Tester) vor, kann zudem die Bitfehlerrate der Übertragung
unter veränderbaren Umständen gemessen werden.
4 Zusammenfassung und Ausblick
Die enorme Bedeutung der optischen Technologien für Gegenwart
und Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland verlangt nach einer
umfassenden und erstklassigen theoretischen und praktischen Ausbildung
junger Technikerinnen und Techniker an optischen Systemen und Strecken.
Insbesondere die Kombination des WDM-Verfahrens mit POF als
Lichtwellenleiter wird zukünftig an Bedeutung zunehmen, darum
ist neben einer fundierten theoretischen Einführung auch das
praxisorientierte Experimentieren an solchen Technologien Bestandteil
einer erfolgreichen Wissensvermittlung. Das in diesem Paper
vorgestellte optische Lehrsystem OPTOTEACH ermöglicht eine
Vielzahl praxisrelevanter Versuche sowohl zur WDM-Übertragung
als auch zum POF-Einsatz sowie zur Kombination der beiden Technologien
und kann daher besagte Wissensvermittlung optimal
unterstützen.
Wenngleich die Nullserie der Systeme bereits in verschiedenen
Einrichtungen deutschlandweit für die Lehre eingesetzt wird,
ist die Entwicklung und Optimierung der hier beschriebenen Technologie
noch nicht endgültig abgeschlossen. Die nächsten
Entwicklungsschritte bestehen in der technologischen Aufwertung des
Übertragungssystems durch den Einsatz selbstentwickelter
Multiplexer und Demultiplexer, sowie der Fertigstellung einer in die
Versuchsabläufe integrierten interaktiven Lernsoftware.
Zukünftige Generationen von OPTOTEACH sollen nicht mehr mit
Splittern und Farbfiltern, sondern mit den in 3.4 bereits
angesprochenen selbstentwickelten Demultiplexern ausgestattet werden,
die sich zur Zeit in der Patentierung befinden. Dieser Demultiplexer
wird das Auftrennen von drei optischen Signalen ermöglichen
und den Lernenden eine weitaus ausgefeiltere Technologie zur
Verfügung stellen. Zurzeit existiert dieses Bauteil als
Raytracing-Modell (erstellt mit der optischen Simulationssoftware
OPTALIX ), die Herstellung des ersten Prototypen ist für
Anfang 2007 vorgesehen. Auch die zum Zusammenführen der
Lichtsignale eingesetzten Koppler sollen langfristig durch die in 3.3
angeführten selbstentwickelten integriert-optischen
Multiplexer ersetzt werden, wodurch nicht nur die
Übertragungsstrecke eine technische Optimierung
erfährt, sondern auch der didaktische Wert des Lehrsystems
gesteigert wird, da es den Lernenden durch Multiplexer und
Demultiplexer möglich gemacht wird, mit patentrechtlich
geschützter High-End-Technologie zu experimentieren.
Ferner ist die Fertigstellung einer sich bisher im Beta-Stadium
befindlichen interaktiven Lernsoftware geplant, die allen ab dem
Sommersemester 2007 ausgelieferten Lehrsystemen beiliegen wird. Die
Software wird sich vollständig in den Versuchsablauf
integrieren lassen und neben Hilfestellungen zu Versuchen auch
theoretische Hintergrundinformationen anbieten. Eine solche Kombination
aus Lehrsystem und Lernsoftware wird auch als „Augmented
Learning“ bezeichnet und kann Lehrende dabei
unterstützen, die praxisbezogenen Laborveranstaltungen
näher an das Wunschbild eines hohen Grades an Autonomie der
Lernenden heranzuführen. Den Lernenden wird es durch die
Software ermöglicht, parallel zur Arbeit mit dem Lehrsystem
wesentliche theoretische Inhalte schnell nachzuschlagen oder bei
Problemen während des Versuchsablaufs ohne die
Unterstützung des Lehrenden zu einer Lösung zu
gelangen [
9].
Die weiteren Entwicklungsaufgaben werden in wesentlichen Teilen von der
HarzOptics GmbH – Institut zur Förderung
der optischen Hochtechnologie in der Harzregion –
übernommen werden, einem zu diesem Zweck geplanten neuen
An-Instituts der Hochschule Harz, welches sich zur Zeit in der
Gründungsphase befindet.
Literatur
[1] o.V.: Optische Technologien
– made in Germany. Rahmenprogramm des BMBF für die
Förderung der optischen Forschung, Bundesministerium
für Bildung und Forschung, Berlin, 2005.
[2] Naito, T.: One Terabit/s Transmission
over 10.000km using C-Band and L-Band. In: Networks & Optical
Communications I, IOS Press, 2000, S. 2-9.
[3] Fischer, U.H.P.: Optoelectronic
Packaging, VDE-Verlag, Berlin, 2002.
[4] Weber, N.: Low cost optical
transmission solutions for short distances, Fraunhofer Institut
für integrierte Schaltungen (IIS) ,
http://www.iis.fraunhofer.de/ec/oc/index.html,
Webseite zuletzt erfasst
am 25.05.2002.
[5] Colachino, J.: Mux/DeMux Optical
Specifications and Measurements, Lightchip Inc. White Paper,
Lightreading, 2001.
[6] Multiplex-Sender für
Polymerfaserübertragung und Verfahren zu dessen Herstellung,
10 2005 050 747.6, Patentschrift der Hochschule Harz, eingereicht durch
die ESA-PVA, Magdeburg, 2005.
[7] Demultiplex-Empfänger
für Polymerfaserübertragung und Verfahren zu dessen
Herstellung, 10 2005 050 739.5, Patentschrift der Hochschule Harz,
eingereicht durch die ESA-PVA, Magdeburg, 2005.
[8] Fischer, U.H.P; Haupt, M. &
Reinboth, C.: Realization of an economical Polymer Optical Fiber
Demultiplexer, Paper zum 2006 International Students and Young
Scientists Workshop “Photonics and Microsystems”,
Wroclaw, Mai 2006.
[9] Fischer, U.H.P., Haupt, M.; Just,
J.-U. & Reinboth, C.: Augmented Learning in der optischen
Nachrichtentechnik – Konzeption einer interaktiven
Lernsoftware zur Unterstützung der selbständigen
Laborarbeit, Paper zu den 2. Wernigeröder Automatisierungs-
und Informatiktagen, Wernigerode, Oktober 2006.
Danksagung
Die Entwicklung des hier dargestellten optischen Lehrsystems wurden
durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit /BMWA)
sowie den Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziell und
organisatorisch unterstützt. Ferner danken wir Herrn Dr.
Kragl, Geschäftsführer der DieMount GmbH,
für seine Unterstützung bei der Beschaffung von
Lasermodulen für die Systemprototypen.